Zum Hauptinhalt springen

MitteilungVeröffentlicht am 5. März 2026

Verstärkte Forschungszusammenarbeit zur elektronischen Identität des Bundes

Das Bundesamt für Rüstung armasuisse und das Bundesamt für Justiz (BJ) bündeln ihre Kompetenzen, um zentrale Sicherheits- und Datenschutzfragen der neuen elektronischen Identität des Bundes (e-ID) gezielt voranzubringen. Dabei unterstützt der Cyber-Defence Campus von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) die verstärkte Forschungszusammenarbeit. Im Fokus steht, von 2026 bis 2029 innovative Technologien für eine besonders datenschutzfreundliche digitale Identität zu untersuchen.

Zwei Hände über einem Mobiltelefon

Die Forschungszusammenarbeit zwischen armasuisse und dem Bundesamt für Justiz (BJ) stärkt gezielt die Sicherheit und den Datenschutz der Schweizer elektronischen Identität (e-ID), insbesondere durch den Einsatz modernster kryptografischer Verfahren. Hierbei bildet der Cyber-Defence Campus (CYD Campus) von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) eine wichtige Schnittstelle zwischen Bundesverwaltung und der Schweizer Forschungslandschaft. Etablierte Forschungsprogramme des CYD Campus ermöglichen es, wissenschaftliches Know-How schnell in anwendungsnahe Sicherheitslösungen für die Schweizer e-ID zu überführen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unverknüpfbarkeit, die es ermöglicht, die e-ID zu nutzen, ohne dass daraus nachvollziehbare Nutzungsprofile entstehen.

Der Bundesrat hat am 6. Dezember 2024 die Grundsätze für die technische Umsetzung der neuen e-ID des Bundes festgelegt. Ein zentrales Ziel ist den Datenschutz weiter zu stärken, insbesondere durch die sogenannte Unverknüpfbarkeit (unlinkability). Die Unverknüpfbarkeit stellt sicher, dass verschiedene Nutzungen derselben e-ID nicht korrelieren und zu Nutzungsprofilen aggregiert werden können. Die e-ID ist beim geplanten Launch in 2026 aus Sicht der überprüfenden Stellen (z.B. Bundesämter, Firmen) bereits unverknüpfbar. Dennoch gibt es Bedarf für weitere Forschung in diesem Bereich. Gleichzeitig wird gezielt die Post-Quantum-Technologie gestärkt, um die e-ID langfristig gegenüber zukünftigen Bedrohungen abzusichern. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Bundesverwaltung, Forschungseinrichtungen und Technologiepartnern entsteht zudem ein innovationsförderndes Ökosystem, das praxisnahe und zukunftssichere Lösungen für digitale staatliche Dienstleistungen entwickelt.

Forschungsprojekt

Um diese und weitere sicherheitsrelevante Innovationen rasch umzusetzen, stellt der Bund Forschungsmittel zur Verfügung. Die neue Vereinbarung zwischen armasuisse und dem BJ regelt die Vergabe dieser Mittel ab 2026 bis spätestens Ende 2029. Gestärkt werden Forschungsprojekte in den Bereichen Unverknüpfbarkeit, Zero-Knowledge-Proofs, Post-Quantum-Kryptographie, Nicht-Abstreitbarkeit, Vertrauensmanagement sowie dem sicheren Widerruf von Nachweisen.

Den Auftakt bildet das Projekt «Quantum-Resilient Swiss e-ID» in Zusammenarbeit mit der Haute École d'Ingénierie et de Gestion du Canton de Vaud (HEIG-VD), einer Hochschule der Haute École Spécialisée de Suisse occidentale (HES-SO). Von 2026 an analysieren die Mitarbeitenden des Projekts den bestehenden e-ID-Technologiestack, untersuchen Auswirkungen post-quanten­sicherer Verfahren anhand von Szenarien und entwickeln einen Demonstrator für eine quantensichere e-ID-Architektur.

Dabei spielt der CYD Campus von armasuisse W+T eine zentrale Rolle. Durch die etablierten Forschungsprogramme und den CYD Fellowships nimmt der CYD Campus gezielt eine Brückenfunktion ein und ermöglicht es, wissenschaftliches Know-how rasch in anwendungsnahe Sicherheitslösungen für die Schweizer e-ID zu überführen.

Die strategische Steuerung der Forschungszusammenarbeit erfolgt über ein eingesetztes e-ID-Forschungsgremium.  Unter der Leitung von Dr. Martin Burkhart von armasuisse W+T prüft das Forschungsgremium sämtliche Projektanträge, gibt bei Anwendbarkeit die entsprechenden Mittel für die Weiterentwicklung der e-ID frei und begleitet die bewilligten Projekte.

Eine Übersicht zu Forschungsarbeiten des CYD Campus im Kontext der e-ID finden Sie via: GitHub - cyber-defence-campus/self-sovereign-identity: Research overview of self-sovereign-identity (SSI) activities

Weitere Informationen: