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MitteilungVeröffentlicht am 2. November 2023

CYD Campus durchleuchtet die Cybersecurity Forschungslandschaft der Schweiz

Um sich vor Cyberbedrohungen zu schützen, ist die Forschung im Bereich der Cybersicherheit ein wichtiger Pfeiler. Die von armasuisse Wissenschaft und Technologie verfasste Studie liefert die erste quantitative Bewertung der Schweizer Cybersicherheitsforschungslandschaft, indem sie die Vollzeitäquivalente in verschiedenen Forschungsbereichen bewertet. Sie soll als Grundlage für politische Entscheidungsträger, Universitäten, Industrie und Förderorganisationen dienen, um mögliche Ungleichgewichte in der Forschung anzugehen, Anreize für strategische Bereiche zu schaffen und mögliche blinde Flecken zu erkennen.

Die Nationale Cyberstrategie der Schweiz (NCS) unterstreicht die zentrale Rolle der Cybersicherheitsforschung für die Verteidigung gegen digitale Bedrohungen, das Wirtschaftswachstum und die Innovationskraft der Schweiz. Doch wie steht es um die nationale Forschung zur Cybersicherheit? Wer investiert wieviel in welche Bereiche? Diese Fragen sind schwierig zu beantworten, da Schweizer Hochschulen und Forschungsinstitutionen weitgehende Autonomie bei der Definition ihrer Forschungsschwerpunkte geniessen.

Zusammen mit anderen Organisationen nimmt der CYD Campus von armasuisse Wissenschaft und Technologie bei mehreren NCS-Massnahmen eine führende Rolle ein und wurde zunächst mit dem Problem der Datenerhebung konfrontiert. Deshalb hat er zusammen mit der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) eine umfassende quantitative Studie zur Cybersicherheits-Forschung in der Schweiz durchgeführt.

In der Studie wurden 22 Schweizer Universitäten befragt und ihre Forschungsaktivitäten in 14 verschiedenen Bereichen der Cybersicherheitsforschung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schweiz insgesamt 297 Vollzeitäquivalente (VZÄ) in der akademischen Cybersicherheitsforschung beschäftigt.

Die Studie zeigt zudem, dass die Schweizer Forschungslandschaft im Bereich der Cybersicherheit sehr uneinheitlich ist. Während in einige Bereiche viel investiert wird, wird anderen kaum Aufmerksamkeit geschenkt. So vereinen etwa die drei wichtigsten Bereiche, nämlich Software- und Hardware-Sicherheitstechnik, Kryptologie sowie Netzwerk- und verteilte Systeme, mit 174 VZÄ den grössten Teil der Forschungsanstrengungen auf sich. Im Gegensatz dazu kommen die fünf am wenigsten erforschten Bereiche, wie Sicherheitsmanagement und Governance, [ZAA3] [BMA4] zusammen auf gerade einmal 7,2 VZÄ. Gemessen an der Anzahl involvierter Universitäten ist der Forschungsbereich Netzwerke und verteilte Systeme am beliebtesten: Nicht weniger als neun Universitäten beteiligen sich aktiv daran.

Diese Studie liefert eine wichtige Datenbasis für politische Entscheidungsträger, Hochschulen und Interessengruppen aus der Industrie und Fördereinrichtungen. Nun lassen sich Ungleichgewichte diskutieren, strategische Bereiche gezielt stärken und potenzielle blinde Flecken identifizieren, mit dem Ziel, die Schweiz als eines der führenden Länder der globalen Cybersicherheitslandschaft zu positionieren.